Und I



spiel Schießbude bestehend aus Trommeln, Kuhglocken, Plastikblöcken, Rasseln, Waschbrett und Tschinelle, Trompete und Tenorhorn, Blockflöte, Mörtelkübelbass, i sing und mach Lieder und Texte.

 

 

I bin da Mühlbauer Siegi aus Kothmaißling bei Cham. Das liegt in der schönen bunten Oberpfalz im Osten von Bayern. In der Kreisstadt Cham, in dessen Krankenhaus ich im November des Jahres 1979 das Licht der Welt erblickte, genoss ich auch den schwierigsten Teil meiner Schulzeit: die Pubertät! Getrieben von extremen Gefühlen wie Sehnsucht, Kummer und Schmerz auf der einen Seite und Freude, Lust und Liebe auf der anderen, suchte ich mir die Musik als Ventil für all das Übel. Begonnen hat alles mit ungefähr sieben Jahren und einem damals für mich riesengroßen Schlagzeug. Gelernt hat mir das die ersten drei Jahre ein großer kompakter Mann mit nikolausartigem Vollbart, großer Nase und dicker Brille. Als meine anfängliche Angst vor diesem bärtigen Mann verstrichen war hatten wir eine sehr lustige Zeit miteinander. Bald durfte ich auch schon in einer Blaskapelle mittrommeln und zwar bei der Stamsrieder Blasmusik. Da waren meine Beine noch viel zu kurz und meine Trommel viel zu groß, aber ich hab bei jedem Umzug mitgehalten. Mit der Zeit bin ich dann auch gewachsen und durfte auch mal andere Instrumente spielen wie das Glockenspiel, das Xylophon oder die Pauken. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Im Jahre 1994 mit knapp 15 Jahren ging ich mit dieser Kapelle zum ersten mal auf USA-Tournee. Ich hatte das Vergnügen mit den Städten New York, Chicago, Madison, Milwaukee, Kalamazoo und Detroit und es war sehr eindrucksvoll für mich. Danach wechselte ich die Kapelle und ging nach Furth im Wald. Dort ist Deutschland dann wirklich aus! Aber die Musik hat Spaß gemacht, auch bei anderen Kapellen: Konzerte, Umzüge Bierzelte, Drachenstich... Jaja, Drachenstich, das älteste Volkschauspiel Deutschlands. Das spielt zur Zeit der Hussitenkriege und da kommt der böse Drache. Dem will sich das Burgfräulein aus Barmherzigkeit selber zum Fraß vorwerfen, damit endlich Ruhe herrscht. Doch dann kehrt der todgeglaubte Fähnrich Udo, den das Burgfräulein ach so sehr liebt, vom Schlachtfeld heim und erklärt sich unter den bestehenden Umständen bereit gegen den Drachen zu Kämpfen. Weil das aber nur ein Ritter darf, schlägt ihn der Kardinal zu einem solchen. (Der ist nämlich zufällig auch da, der Kardinal) und los geht der wilde Kampf... Udo gewinnt und bekommt auch noch das Burgfräulein. Schöne Geschichte eigentlich, aber ich musste dabei immer Strumphosen tragen! Irgendwann hat es dann geheissen: "Mid wos mächst´n amol dei Göld vodüin,... ha?" Daraufhin erlernte ich in aller Vernunft und mit großer Leidenschaft und Liebe zum Detail das Schreinerhandwerk. In dieser Zeit entstand unsere Gruppe "Dahuawadameierundi" in Folge eines gewonnenen Boxkampfes, der meinen Cousin zum Deutschen-Junioren-Meister gemacht hat. Beim Empfang des Champs in seiner Heimatstadt Cham war Musik gefragt, also rief ich kurzerhand den Meier (Trompete) und einen Huber (mit Gitarre) an und schon absolvierten wir mit einem selbstkomonierten Lied, eine knappe Stunde später, unseren ersten Auftritt. Auf die Frage nach dem Namen der Kapelle stand ich dann da. Oje mir ham no koa Zeit ghabt, daß ma uns an Nam überleng! Ich sagte: "Des is da Huawa, da Meier und i hold, ne!?!" Mit kritischem Blick auf die wachsenden Möbelhäuser hängte ich meinen Beruf gleich nach abgeschlossener Lehre an den dafür vorgesehen Nagel und besuchte ab Herbst 1999 die Befufsfachschule für Musik in Plattling. Dort kreuzte sich mein Weg mit dem vom jetzigen Huawa, der seitdem uns der alte Huawa im April 2000 verlassen hat dabei ist. 2001 kam ich dann zum Militär, aber Gott sei Dank zur Musik. Meine Zeit in München-Neubiberg war sehr lehrreich und arbeitsintensiv: Proben, Konzerte, Feierliche Gelöbnisse, Große Zapfenstreiche, eine Reise nach Berlin und viel Musik, große Blasmusik mal zünftig mal weich, aber immer geil! Dann bin ich nach neun Monaten Dienst mit Sack und Pack nach Wien aufgebrochen und lebte, lernte und studierte dort fünf Jahre lang. Am Konservatorium durfte ich wärend meines Schlagzeugstudiums sogar einmal mit Bobby McFerrin zusammenarbeiten. Ich spielte bei verschiedenen Ensembles und Orchestern und durfte durch die Musik viele schöne Orte auf der ganzen Welt beschuchen, zum Beispiel Mexiko. Aber am schönsten für mich ist immer wieder ein bayrisches Wirtshaus oder ein bayrisches Bierzelt. Des is aa a schöina Ort, do gibts aa vül guade Leit, und do ko ma aa a schöine Musi mocha!

Also, mir seng uns ;-)